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Dank Elektromobilität Benzin sparen, Verkehrslärm reduzieren und Feinstaub minimieren

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau ist gewillt, die Chancen der Elektromobilität im Kanton Thurgau zu nutzen. Er ist sich aber auch der Risiken bewusst und will diese minimieren. Er schlägt deshalb mehrere Massnahmen zur Förderung der Elektromobilität vor. So steht es im Bericht «Chancen der Elektromobilität für den Kanton Thurgau», der am 1. Juni 2018 anlässlich einer Medienkonferenz vorgestellt wurde. Dieser geht auf einen Vorstoss aus dem Grossen Rat zurück.

Im März 2016 stellte Kantonsrat Daniel Eugster einen Antrag, die Chancen der Elektromobilität für den Kanton Thurgau zu erheben. Dieser Antrag wurde vom Regierungsrat gutgeheissen und vom Grossen Rat mit 117:3 Stimmen erheblich erklärt. Der nun vorliegende Grundlagenbericht «Chancen der Elektromobilität für den Kanton Thurgau» ist das Ergebnis des Vorstosses aus dem Grossen Rat.

Im Mittelpunkt des Berichts steht der motorisierte Individualverkehr. Dies aus zwei Gründen. Der motorisierte Individualverkehr ist für rund 67 Prozent der CO2-Emissionen sowie für einen beträchtlichen Teil der Stickstoff- und Feinstaub-Emissionen verantwortlich. Die Elektromobilität bietet die Chance, die CO2-Emissionen aus dem Verkehr massiv zu senken, Luftschadstoffemissionen lokal zu vermeiden und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Allein mit den vom Regierungsrat vorgeschlagenen Massnahmen können fast 200 Millionen Liter Benzin eingespart und der Verkehrslärm nachhaltig reduziert werden.

Der Bericht zeigt im Weiteren auf, dass Elektromotoren sehr energieeffizient sind, haben Elektrofahrzeuge doch einen drei- bis viermal höheren Wirkungsgrad als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Der Energieaufwand für die Fortbewegung ist folglich bedeutend kleiner. Elektrofahrzeuge sind gemäss Bericht auch über den ganzen Lebenszyklus betrachtet ökologisch eine sinnvolle Lösung zu Verbrennungsmotoren. Bei Elektrofahrzeugen fällt dabei der Grossteil der Umweltbelastung bei der Energie- und Fahrzeugproduktion an.

Je nach Szenario wird bis im Jahr 2035 mit einem Anteil Elektrofahrzeuge im Neuwagenmarkt zwischen 28 und 65 Prozent gerechnet. Im Gesamtbestand werden so im Thurgau im Jahr 2035 zwischen 43 000 und knapp 100 000 Elektrofahrzeuge auf den Strassen unterwegs sein. Dementsprechend steigt auch der Strombedarf für die Elektromobilität. Ohne Begleitmassnahmen kann eine gesteigerte Elektromobilität die elektrische Infrastruktur überlasten und den Strombedarf ansteigen lassen. Der Bericht kommt deshalb zum Schluss, dass die Vorteile der Elektromobilität nur zusammen mit der Verwendung von erneuerbarem Strom voll ausgeschöpft werden können.

Schliesslich werden im Bericht eine Reihe von Massnahmen dargelegt, die eine schnellere Marktdurchdringung der Elektromobilität ermöglichen sollen. Dabei sollen die Chancen gezielt genutzt und die Risiken minimiert werden. 15 ausgewählte Massnahmen wurden vertieft und hinsichtlich ihres Beitrags zur Zielerreichung bewertet. Auf dieser Basis wurden zehn Massnahmen priorisiert. Dabei handelt es sich unter anderem um zeitlich begrenzte Umstiegsprämien für Elektrofahrzeuge, die Weiterentwicklung des Förderprogramms für Batteriespeicher, Vorgaben bei Neubauten von Tiefgaragen und Parkplätzen sowie Anreizprogramme für Arbeitgeber.

Für die Umsetzung der Massnahmen wird mit einmaligen Kosten von rund 250 000 Franken und während fünf Jahren wiederkehrend mit rund 30 000 Franken gerechnet. Die Hauptaufwendungen werden vom Energieförderprogramm getragen und hängen von der Nachfrageentwicklung ab. Im Förderprogramm geht man von Aufwendungen zwischen 500 000 bis einer Million Franken aus.